Fast hätte es unseren Golfplatz nicht gegeben …

Fast hätte es unseren Golfplatz nicht gegeben …

Blick auf 40 Jahre Vereinsgeschichte – Nr. 1

Hätten Sie es gewusst? Als Helmut Schmitz 1972 das landwirtschaftliche Anwesen „Schmitzhof“ erwarb, war sein Plan, auf dem Gelände eine Freizeitanlage mit ca. 1000 Camping-Stellplätzen zu errichten. Jedoch machte ihm die Landschaftsbehörde einen Strich durch die Rechnung, denn sie beurteilte ein solches Projekt als für die Gegend nicht geeignet. Ein Dezernent der Behörde, der während einer Verhandlung beiläufig fallen ließ, ein Golfplatz könne genehmigungsfähig sein, brachte Schmitz schließlich auf die richtige Spur ….
Diese und andere herrliche Anekdoten und Fakten entnehme ich der Jubiläumsschrift unseres Clubs, die anlässlich seines 25-jährigen Bestehens im Jahr 2000 liebevoll von Heinz Rahmen zusammengestellt wurde. In ihr findet sich auch ein Nachdruck des Protokolls vom 13.01.1975, dem Tag, an dem der Verein als „Grenzland Golfclub e.V.“ gegründet wurde. Es macht deutlich, dass Helmut Schmitz weiterhin große Pläne verfolgte, denn außer dem Golfplatz sollten ein Golfhotel mit Restaurant und Kegelbahn sowie ein Hallenbad, Sauna und Solarien entstehen. Die auf der Sitzung anwesenden Personen waren sich einig, dass sie 25 Gründungsmitglieder anwerben wollten, die je 25.000 DM in die Clubkasse einbringen sollten. Insgesamt wollte man nicht mehr als 200 zahlende Mitglieder aufnehmen.

Fortsetzung folgt.

Die Lockerheit der Gründerjahre

Die Lockerheit der Gründerjahre

Blick auf 40 Jahre Vereinsgeschichte – Nr. 3

Trotz der bereits dargestellten Härten in den Anfangsjahren unserer Vereinsgeschichte fasst Heinz Rahmen in seiner Chronik den Zeitraum bis 1977 als „eine fröhliche, unbeschwerte Zeit“ zusammen. Geselligkeit und ein freundschaftliches Miteinander scheinen damals wichtiger gewesen zu sein als sportlicher Ehrgeiz. Schon nach ein oder zwei Trainerstunden durfte man an den Clubturnieren teilnehmen und erst ganz allmählich fanden die Golf-Regeln und die Golfetikette Eingang in den Spielbetrieb.


Spaß ging in diesen Jahren wohl vor Leistungsdenken; darauf deuten auch die Spielregeln der „sogenannten „Whiskey-Turniere“ hin. Hierbei konnte man seine Schlagzahl nach dem Einputten durch das Leeren von mit Whiskey gefüllten Gläschen – Apfelkorn bei den Damen – „heruntertrinken“. Großer Beliebtheit erfreuten sich ebenfalls die „Jux-Turniere“, bei denen man von den Abschlägen aus andere als die eigentlich dazugehörigen Grüns anspielen oder in einen im Bunker eingegrabenen Eimer einlochen musste.
Ebenso unbekümmert wie mit dem Regelwerk gingen die Schmitzhofer mit ihren chronischen finanziellen Engpässen um. Man rechnete einfach fest mit einem steten Zustrom neuer Mitglieder und dies nicht nur als „Golf-“, sondern auch als „Land“-Club mit erweiterten sportlichen Möglichkeiten. Daher legte man 1975 dort, wo heute das Putting-Grün ist, zwei Tennisplätze an und vergrößerte den einen sogar um eine gepflasterte Fläche, auf der Scharen von Zuschauern Platz finden sollten. Auch führte man die ein oder andere feucht-fröhliche Werbeveranstaltung zur Rekrutierung neuer Mitglieder durch. Gleichermaßen entsprang der Umbau des ehemaligen Scheunengebäudes zu einem Clubhaus, der 1976 erfolgte, dem Wunsch nach einer stärkeren Außenwirkung und weniger den realen pekuniären Möglichkeiten.


Von ca. 25 Mitgliedern am Ende des Jahres 1975 stieg die Zahl der Schmitzhofer bis Ende 1976 auf 47 Erwachsene plus Kinder und Jugendliche an. Dies lag weit unter den erwarteten und finanziell eingeplanten 130 voll beitragspflichtigen Personen. Eine gute Portion rheinischer Gelassenheit wird dabei geholfen haben, mit dieser Tatsache zurecht zu kommen. 1977 steigerte sich denn auch die Zahl der Neumitglieder auf immerhin 65.

Die Entbehrungen der Gründerjahre

Die Entbehrungen der Gründerjahre

Dass unser Golfclub aus einem bäuerlichen Anwesen entstand, ist allgemein bekannt. Aber was bedeutete das in den Anfangsjahren konkret? Ein Blick in die Chronik von Heinz Rahmen zeigt, wie weit man im Gründungsjahr 1975 von den heute üblichen Annehmlichkeiten eines Golfclubs entfernt war. Der Clubraum für die ca. 20 Mitglieder befand sich im früheren Wohnraum der Bauersfamilie in dem damals graufarbenen Wohnhaus aus der Zeit der Jahrhundertwende. Eine durchgesessene Couch, ein paar alte Sessel und einfache Holzstühle dienten als Sitzgelegenheiten und eine Kommode in demselben Raum als „Clubsekretariat“. Der muffige Geruch im Besucherzimmer, in dem neue Kunden akquiriert wurden, war eine ebensolche Herausforderung für die Sinne wie die Geräusche aus dem kaum isolierten Bad.
Doch scheint das rustikale Ambiente sowohl das Improvisationstalent als auch die Bescheidenheit der Urschmitzhofer gefördert zu haben. Legendär die unorthodoxen Eintöpfe von Kurt Löwy, der sich seine Kochkenntnisse beim Dienst auf einem U-Boot im Zweiten Weltkrieg angeeignet hatte. Dabei waren Eintöpfe das Sonntagsessen. Ansonsten hatte man meist die Wahl zwischen Fisch aus der Dose mit Senfsauce oder Fisch aus der Dose mit Tomatensauce.
Von Kurt Löwy, der in diesen Erinnerungen weiterlebt, ist auch der folgende Spruch über die ersten Jahre der Schmitzhofer überliefert: „Mer wore su ärm, dat unsere Müs de Trone in de Ore hotte“, auf Hochdeutsch „Wir waren so arm, dass unsere Mäuse die Tränen in den Augen hatten“. Wozu Heinz Rahmen trocken anmerkt, dass es im Clubhaus tatsächlich immer wieder Mäuse gab …


Ist das eigentlich alles Geschichte?
Ich meine nein, denn beim Lesen dieser Anekdötchen beginne ich zu verstehen, wieso unser Club so ist, wie er ist. Der Schmitzhof gehört ja nicht in die Kategorie „Schickimicki-Golfplatz“. Vielleicht liegt es daran, dass sich die bescheidenen Anfänge unseres Vereins in das kollektive Gedächtnis seiner Mitglieder eingebrannt haben und sie sich die Lust an Spiel und Spaß in Gemeinschaft, aber ohne viel Brimborium bewahrt haben.

Schmitzhof- ein Golfplatz im Wandel der Zeit

Schmitzhof- ein Golfplatz im Wandel der Zeit

An dieser Stelle gibt es einen Grund sich zu bedanken. Im Herbst letzten Jahres haben Uschi und Dieter Ernst mir Archivbilder des Schmitzhof aus ihrer “Schatztruhe” zur Verfügung gestellt. In der nächsten Zeit versuche ich diese Bilder chronologisch zu ordnen und in unserer Webseite hochzuladen.